Welche Therapieformen gibt es?

Therapieformen sehen ganz unterschiedlich aus. Da kann es verwirrend sein, die zu mir Passende zu finden.

Zum aller erst gibt es unterschiedliche psychologische Ansätze. Weit verbreitet sind die kognitive Verhaltenstherapie, die Tiefenpsychologie oder auch die systemische Psychologie. Wichtig ist: Es gibt hier kein richtig oder falsch. Verschiedene Ansätze können Betroffenen in ihren individuellen Situationen unterschiedlich gut helfen.

Was ist kognitive Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie ist eine Unterform der Psychotherapie. Sie setzt direkt am Verhalten der Patient*innen an. Bei ihr geht es darum, problematische Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und sie gezielt zu bearbeiten. Dafür bedarf es zunächst einer Analyse. Diese Analyse bildet die Grundlage zum Erlernen von Techniken, mit denen sich die psychischen Beschwerden abbauen lassen. Das wissenschaftlich anerkannte Verfahren setzt voraus, dass der*die Patient*in aktiv mitarbeitet. Deshalb wird auch von der "Hilfe zur Selbsthilfe" gesprochen.

Da die Verhaltenstherapie in ihrer praktischen Orientierung den Fokus auf Ziel und Lösung legt, sind oft nach kurzer Zeit Erfolge zu sehen. Das ist einer der Gründe dafür, dass sie zu den häufigsten Therapieformen zählt.

Die Grundlage der Verhaltenstherapie bildet die Lerntheorie. Sie geht davon aus, dass wir als Menschen lebenslang lernen und dass psychische Belastungen daraus resultieren, dass wir bestimmte Dinge falsch erlernt haben. In der Verhaltenstherapie geht es darum, dieses fehlerhafte, alte durch neues, unproblematisches Verhalten zu ersetzen. Für die erfolgreiche Umsetzung sind konkrete Übungen nötig. Sie können sowohl in der Therapiesitzung stattfinden als auch eigenständig im Alltag durchgeführt werden. Es handelt sich sowohl um aktive Übungen, als auch um mentales Training. Für die Verhaltenstherapie sind unter anderem folgende Maßnahmen kennzeichnend:

  • Die Auseinandersetzung/Konfrontation mit dem auslösenden Reiz dient als Desensibilisierung des*der Patient*in
  • Positive Verstärkung des gewünschten Verhaltens in Form von Belohnung
  • Außerachtlassung des alten, destruktiven Verhaltens um dieses zu “verlernen”

Was ist tiefenpsychologisch fundierte Therapie?

Oft gibt es eine ganz bestimmte Art und Weise, wie wir mit Konflikten oder Herausforderungen umgehen. Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden auf verdrängte Erfahrungen zurückzuführen sind. Meist basieren Grundkonflikte in der Kindheit: Was wir früh lernen, tragen wir bis ins Erwachsenenalter in uns – auch den Umgang mit Konflikten. Daraus leitet die Tiefenpsychologie ab, dass psychisches Leiden oft in der Vergangenheit sowie im Unterbewusstsein manifestiert wurde. Mithilfe der tiefenpsychologischen Therapie kann Unbewusstes bewusst gemacht werden, um so bestehende innere Konflikte zu bewältigen.

Ein weiteres Ziel der Tiefenpsychologie ist es, die zugrundeliegende Ursache der Konflikte zu finden. Die Auseinandersetzung mit der Kindheit nimmt dabei viel Platz in dieser Therapieform ein. Der*die Therapeut*in versucht durch Ratschläge und Hilfestellungen bei der Bewertung von Situationen vorhandene Ressourcen zu erkennen und zu aktivieren. So soll auch die Problembewältigung in der Gegenwart verbessert werden.

Der Ansatz der tiefenpsychologisch fundierten Therapie ähnelt dem der Psychoanalyse. Bei beiden Ansätzen geht es darum, unbewusste Konflikte ins Bewusstsein zu rufen. Bei der tiefenpsychologisch fundierten Therapie liegt der Fokus jedoch eher auf der Verbesserung der gegenwärtigen Situation, als auf der Aufarbeitung vergangener Erfahrungen.

Was ist die systemische Therapie?

Die systemische Therapie ist eine sehr gezielte und wirksame Methode zur Behandlung psychischer Probleme. Sie erforscht sowohl das Ziel der Therapie (Wobei kann ein Therapeut helfen?) als auch die Biographie des Klienten. In dieser Form wird davon ausgegangen, dass die Veränderung unserer Lebenssituation als bedrohlich empfunden wird. Daher stellt der Therapeut/Coach Fragen wie: "Was wollen wir vielleicht unbewusst aufrecht erhalten?" oder "Welcher schmerzhafte Zweck liegt hinter dem Problem?"

Bei der Bewältigung liegt der Fokus eher auf den Stärken und weniger auf den Defiziten der Klient*innen. Auch die Auswirkungen möglicher Veränderungen auf verschiedene "Systeme" spielen eine große Rolle. Ein Beispiel: Wenn wir uns für A entscheiden, was gut für uns ist, verändern wir die Dynamik in unserer Familie.


Die meisten Menschen wissen, was sie anders machen wollen oder sollen. Aber was tun sie? Sie tun das Gleiche wie gestern. Und warum? Dies muss besser verstanden werden, damit Veränderungen und Lösungen effektiver sein können.

Welche Therapieform für Dich die richtige ist, lässt sich nicht vorab pauschal sagen. Vielleicht hast Du nach dem Lesen über die Typen bereits eine Vorliebe. Auch ein Kennenlerngespräch bei verschiedenen Therapeut*innen kann helfen. Was funkioniert, ergibt sich daraus, was Du erreichen willst und womit Du Dich wohlfühlst.

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